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Meilenstein 1954

Aufgrund der durch die Neuausschreibung empfindlich gestiegenen Bausumme beschränkte man sich auf die Ausführung der ersten beiden Sektionen von Seefeld/Waldhotel über den Roßboden (Hochegg) zur Rosshütte.
Anstelle einfacher Holzunterstände als Stationsbauten wie beim Projekt SIMA waren nunmehr - nicht zuletzt der Bauweise der Sessellifte von WOLF & SWITZENY geschuldet - massive Stationsbauten errichtet worden, die seitens der Architekten WILHELM und NIKOLAUS PRACHENSKY als architektonisch überlegte, in die Landschaft passende Bauwerke errichtet wurden.
Nicht zuletzt deshalb wurden die Baukosten auch empfindlich in die Höhe getrieben, was zu einem Ansuchen um einen ERP-Nachtragskredit in der Höhe von 750.000,- Schilling führte, das aber negativ beschieden wurde.

Die Bauarbeiten wurden umgehend in Angriff genommen und eine Inbetriebnahme beider Sektionen bis 17. Juni 1954 vereinbart, doch kam es während des Baues zu vielen unvorhergesehenen Problemen, insbesondere beim seilbahntechnischen Teil, sodass bis zu diesem Zeitpunkt nur die erste Sektion in Fertigstellung begriffen war.
Die eisenbahnrechtliche Abnahmeverhandlung wurde am 14. und 15. Juli abgehalten und ab 22. Juli 1954 konnte die erste Sektion in Betrieb genommen werden, was am 25.07. in einer Eröffnungsfeier würdig
begangen wurde.
 

Befristete Betriebserlaubnis mit Einschränkungen

Der vorläufige Betriebskonsens konnte unter der Auflage, den Lift nur mit der halben Sesselanzahl zu betreiben, erst mit "Bescheid IIb-610/20 vom 17. August 1954" und auch nur befristet für die Sommersaison bis 01. Oktober 1954 erreicht werden.
Die Anlage schien in ihrer Konstruktion wohl "zu leicht" geraten, wie es die Ironie des Schicksals wollte.

Für die 3. Sektion erlosch die Konzession mangels Ausführung mit 16. Oktober 1954, für die 2. Sektion konnte diese - da bereits im Bau und nur durch technische Schwierigkeiten verzögert - um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Mit freudigem Auge über die Fertigstellung, aber auch mit viel Sorge um die verzögerte und deutlich teurere Abwicklung konnte die 2. Sektion und damit die Gesamtanlage schließlich am 29. Dezember 1954 in Betrieb gehen, wenn auch die endgültige Betriebsbewilligung für beide Sektionen noch bis 07. Oktober 1955 aufgrund diverser schwerwiegender Planungs- und Ausführungsfehler auf sich warten ließ, deretwegen diverse Nachbesserungen als Auflagen gegeben wurden.
Nicht zuletzt diese Probleme veranlassten das Amt der Tiroler Landesregierung, der Firma WOLF & SWITZENY noch im Jahr 1954 die allgemeine Planungsbefugnis für das Verwaltungsgebiet von Tirol zu entziehen!

Just in dieser Zeit passierte auch der einzig nenneswerte Unfall auf dem Lift, als am 25. November 1955 im Zuge einer betriebsinternen Fahrt in der Früh es zu einer Seilentgleisung aufgrund von Wind auf der Stütze 9 kam, was zu einem Schwer- und zwei Leichtverletzten führte.


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