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Meilenstein 1960

Bei der "Härmelekopfbahn" war die Umsetzung alles andere als leicht, nicht nur der anspruchsvollen Baustellen wegen!

Aufgrund unhaltbarer Zustände in der Geschäftsleitung der Firma PETER selbst war das Seibahngenie Karl Peter zusammen mit weiteren Mitarbeitern inmitten der Baustellenausführung aus seiner Firma ausgestiegen, was diese nunmehr vor fast unlösbare Probleme stellte.

Im September 1958 ergab sich folgendes Bild dei der Härmelekopfbahn:

  • beide Stationsbauten waren fertiggestellt,
  • der Einbau der maschinentechnischen Einrichtungen in den Stationen war weit fortgeschritten,
  • der Aufzug der Tragseile stand unmittelbar bevor,
  • Motor, Getriebe und Schaltpult waren versandbereit in Garmisch-Partenkirchen und
  • die beiden Kabinen lagen abnahmebereit bei der WAGGON- UND MASCHINENBAU GMBH DONAUWÖRTH.

Noch im Juli 1958 war die Firma PETER zudem durch die Umwandlung des Kredites von 1,3 Millionen ATS Großaktionär der SEILBAHN SEEFELD-TIROL AG geworden.
Trotz des weit fortgeschrittenen Baues sollte sich die Fertigstellung der Härmelekopfbahn durch die mittlerweile zur SEILBAHNEN-GESELLSCHAFT SAAKE & COKG GARMISCH-PARTENKIRCHEN umgewandelten Firma über das ganze Jahr 1959 hinaus verzögern und diese konnte erst am 14. März 1960 in Betrieb genommen werden.


Feierliche Einweihung

In einem gemeinsamen Festakt wurden die beiden Bahnen, Seefelderjochbahn und Härmelekopfbahn, schließlich am 14. September 1960 feierlich unter der Teilnahme von Bundespräsident Dr. Adolf Schärf eingeweiht.
Damit war die SEILBAHN SEEFELD-TIROL AG in der Topliga der österreichischen Seilbahnen angekommen und hatte zukunftsweisende Trends mit dem Bau der beiden Anlagen gesetzt.

Die "Tiroler Nachrichten" schrieben stolz:
"In Seefeld wurden zwei Seilbahnen eingeweiht: Marksteine auf dem Weg zur Olympiade."

Obwohl beide Bahnen als vollautomatische Seilbahnen nach dem System PETER errichtet worden waren, unterschieden sie sich doch - nicht zulegt aufgrund der deutlich unterschiedlichen Topografie - in einigen Details voneinander.

Die Seefelder Jochbahn ist mit 905 Meter schräger Länge zwar recht kurz, wist aber eine 22 Meter hohe Streckenstütze in Vollwandbauweise auf, die seitens der VÖEST im Auftrag der Firma PETER errichtet wurde.
Die Härmelekopfbahn hingegen überspannt das Hermannstal in einem einzigen Spannfeld von 1.397 Meter Länge in bis zu 250 Meter Höhe. Aus diesem Grund wurden für die Härmelekopfbahn auch zwei eigene Bergewagen entwickelt.

Wie bei allen PETER-Seilbahnen erfolgte der Zutritt vollautomatisch mittels Münzschleusen, wofür Seefeld eigene Münzen prägen ließ.

Mit einigen Umbauten als Nachbesserung der Anlagen wurden beide Bahnen - nicht zuletzt dem großen Erfolg des Freizeitparadies geschuldet - 1974 (Härmelekopfbahn) und 1980-82 (Jochbahn) umgebaut.
Während dabei erstere gänzlich ihren Charakter als Peter-Seilbahn verloren hat und quasi ein Neubau unter Einbingdung der Stationsbauten war, präsentiert sich die Jochbahn trotz Sanierung und neuer Kabinen auch noch 2017 in ihrer Grundkonzeption aus den Anfangstagen.
Einzig die damals hochmoderne Konstruktion der Münzschleusen wurde bereits wenige Jahre nach Inbetriebnahme entfernt.


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