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Meilenstein 1968

Galt der "Seefelder Großlift", also der Sessellift von Seefeld über die Hochegg zur Rosshütte, bereits zu seiner Eröffnung als kleinster gemeinsamer Nenner, so kristallisierten sich bald auch diverse Nachteile dieses Systems heraus, insbesondere ab der Inbetriebnahme der Joch- und Härmelekopfbahnen.
Die Personenfrequenzen waren auf der Rosshütte deutlich angestiegen und die lange Fahrt und das nötige Umsteigen in der Mittelstation Hochegg ließen gerade im Angesicht der Olympischen Winterspiele 1964 die vorhandene Sesselliftanlage als ungeeignet und in ihrem Zweck bereits wenige Jahre nach deren Eröffnung als überholt erscheinen.

In einer umfangreichen und detaillierten Studie  unter dem Titel "Das Projekt einer direkten Seilbahn von Seefeld zur Rosshütte" vom September 1963 wurden seitens Dipl.-Ing. Helmut Senn drei Varianten für eine direkte Pendelbahn-Verbindung ohne Mittelstation auf die Rosshütte ausgearbeitet.
Wichtigste Argumente für einen Neubau waren vor allem

  • gewünschte geschlossene Fahrbetriebsmittel,
  • eine hohe Förderleistung und nicht zuletzt
  • eine rasche Aufstiegsmöglichkeit zur Rosshütte,

die der Sessellift keinesfalls mehr geben konnte.
Die Pendelbahn-Varianten unterschieden sich hauptsächlich durch das Fassungsvermögen von 60-70 Personen je Wagen sowie durch die Fahrgeschwindigkeit zwischen 7 und 10 m/s.

Trotz der detaillierten Ausarbeitung der Varianten mit einer Pendelbahn - es handelte sich hierbei um ein fast baufertiges Projekt - wurden die Ideen nicht umgesetzt.

Bedingt durch den starken Anstieg an Wintersportgästen - Wartezeiten von bis zu 2 Stunden wie an den Weihnachtsfeiertagen 1968 waren mehr die Regel denn die Ausnahme - sah man sich mit einem fast unlösbaren Problem konfrontiert, wie man den Menschenmassen Herr werden könnte.

Just in dieser Zeit war mit Erich Müller ein ausgesprochen fähiger Ingenieur zur Seilbahn Seefeld-Tirol AG gestoßen, der sich bereits in renomierten Wintersportorten wie Lech und Zürs am Arlberg einen Namen gemacht hatte und als technischer Assistent des berühmten Arlberg-Pioniers DI Sepp Bildstein gearbeitet hatte.
Zusammen mit DI Senn sollte dieses neue Team nun die scheinbar unlösbare Aufgabe einer zeitgemäßen Aufstiegshilfe in Rekordzeit umsetzen.

Aufgrund der vorhandenen Studien prüfte man erneut die möglichen Varianten - vom Umbau des Einersessellifts in einen Doppelsessellift, den Neubau eines Doppelsessellifts in gerader Linie und schließlich die Errichtung einer Standseilbahn.
Stieß man anfänglich mit der Idee einer Standseilbahn auf fassungsloses Unverständnis im Umfeld - galt es doch als Verkehrsmittel aus Großvaters Tagen - so kristallierte sich genau dieses System im Zuge der Projektausarbeitung als maßgeschneidert für Seefeld heraus! Die Standseilbahn hat sich vom Dornröschen zu einer modernen Hochleistungsbahn mit höchstem Komfort entwickelt und Seefeld durfte bei dieser jungen, durch die Linzer VÖEST propagierten Technik wichtiger Entwicklungspartner sein und setzte damit einen neuen Trend!


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