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Meilenstein 1969

Nachdem im Jahre 1968 die Varianten geprüft wurden, stand im Februar 1969 fest:

  • Es soll eine einsektionale, 2.469 Meter lange Standseilbahn in teilweiser Gerüstträgerkonstruktion werden.

Weiters stand unverrückbar fest:

  • Die Bahn sollte bereits zu den Weihnachtsfeiertagen 1969, also nicht einmal 10 Monate später, bereits fahren.

Begünstigt durch den milden Winter fanden noch im Februar 1969 die Trassenvermessungsarbeiten statt und die endgültige Seilbahntrasse wurde fixiert. Diese sollte mit Ausnahme des Bereiches der damaligen Mittelstation Hochegg immer Nahe des bestehenden Großlifts gebaut werden, was zwar durch geringe Grundstücksablösen günstig war, aber auch für den Betrieb des zeitgleich laufenden Lifts im Sommer 1969 Probleme erwaten ließ.
Umgehend ging man noch im Februar 1969 daran, die Finanzierung dieses nicht ganz kostengünstigen Unterfangens sicherzustellen, was man in Rekordzeit bis Ende März 1969 schaffte!

Nachdem der Aufsichtsrat noch im März 1969 den Bau der Standseilbahn abgesegnet hatte, fand am 10. und 11. April die Bauverhandlung statt und tags darauf wurde bereits der VÖEST als Generalunternehmer der Bauauftrag erteilt.
Hartnäckig konnte man auch erstmals in Österreich bei einer Standseilbahn eine Fahrgeschwindigkeit von 7m/s bei der Behörde im Verkehrsministerium durchsetzen.
Als Bauleiter fungierte das Seilbahngenie Dipl.-Ing. Helmut Senn selbst, bestens unterstützt von Ing. Erich Müller.

Am 14. April 1969 wurde bereits mit dem Bau begonnen. Zügig war man am Werk, war aber auch von Unbillen nicht bewahrt.
So musste inmitten des Baues bei der Trasse aufgrund eines angeschnittenen Lehmhanges ein Brückenelement mehr verwendet werden, wodurch sich auch heute noch die ungewöhnliche Nummerierung der Brücken mit den Nummern 1, 1A, 2, 3, 4 und 5 ergibt.
Weiter Probleme ergaben sich just durch den nahe der Standseilbahn situierten Sessellift, von dem einige Stützen versetzt werden mussten.

Nachdem die Trasse in ihren Grundsätzen in dei Landschaft geformt war, wurden im Laufe des Juli 1969 bereits die vorgefertigten Brückenelemente seitens der VÖEST geliefert und vor Ort spektakulär wie ein "Lego-Baukasten" zusammengesetzt. In der zweiten Augusthälfte konnte man durch diese neue Brückenbaumethode bereits mit dem Verlegen der Gleise auf der Trasse beginnen. Ernstliche Sorge bereitete im Laufe der Bauarbeiten aber immer mehr die pünktliche Lieferung von Seilbahnwagen und Elektroausrüstung, da der Zeitplan kaum Verzögerungen zuließ.

Dank dem Umstand, dass alle Partner an einem gemeinsamen Strang zogen, gelang es alle Arbeiten termingerecht ausführen zu können und die Standseilbahn nahm im Laufe des Jahres 1969 konkrete Formen an.

214 Tage nach Baubeginn war am 15. November 1969 der große Tag gekommen, als der erste der beiden rot-blauen, 100+1 Personen fassenden Standseilbahnwagen, der von der SCHIFFSWERFT KORNEUBURG gebaut wurde, von einem Schwerlastkran ist Gleis gehoben wurde.
Nur vier Tage später folgt am 19.11. der zweite Wagen und die Standseilbahn war damit praktisch komplett. Nach letzten Rest- und Einstellarbeiten konnte am 240. Tag nach Baubeginn die aufsichtsbehördliche Abnahme der Standseilbahn Seefeld-Rosshütte erfolgen.

Ein Meisterwerk war damit binnen kürzester Zeit vollbracht worden, dabei konnte die veranschlagte Bausumme für die Errichtung sogar unterschritten werden!

Am 20. Dezember 1969 - also rechtzeitig vor dem großen Weihnachtsansturm - konnte die Standseilbahn in Betrieb genommen werden. Die feierliche Einweihung erfolgte schließlich am 13. Februar 1970!

Kaltwasserlift

Quasi zeitgleich mit Eröffnung der neuen Standseilbahn konnte am 01. Dezember 1969 mit dem Kaltwasser-Schlepplift ein erstes Mal eine derartige Aufstiegshilfe auf der Rosshütte in Betrieb genommen werden.

Doch dieser Schlepplift war kein gewöhnlicher Schlepplift, sondern wurde aufgrund der Topografie als Kurvenschlepplift mit Zwirbelkurve - einem ausgeklügelten Seilführungssystem in mehreren Ebenen für Schleppliftkurven - ausgeführt.
Bei einer schrägen Streckenlänge von 860 Meter hat er im Normalfall 87 Schleppgehänge montiert.


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